Methode

Akzeptanzkriterien als Prüfskript

Jede Lieferung bekommt ein Skript, das ihre Akzeptanzkriterien am fertigen Ergebnis nachmisst und laut scheitert, statt sie in Prosa zu behaupten.

Das Problem

„Funktioniert" ist kein Kriterium. Ein Datensatz kann vollständig aussehen und falsch sein, ein Export sauber wirken und eine Spalte verloren haben. Wer nur hinschaut, sieht das, was er erwartet – und findet den Fehler erst Wochen später im Betrieb, wenn überhaupt.

Besonders tückisch sind Fehler, die nichts kaputt machen: eine Zeile, die still aus einer Prüfung fällt, ein Feld, das leer bleibt, weil eine Bedingung zu eng war. Nichts stürzt ab, kein Log meldet etwas.

Die Regel

Akzeptanzkriterien werden so formuliert, dass ein Programm sie am fertigen Ergebnis nachrechnen kann – nicht am Code, der es erzeugt hat. Nicht „die Tabelle ist vollständig", sondern „das Blatt enthält mindestens 1.200 Zeilen, die Kombination aus Name und Postleitzahl ist eindeutig, und jede Zeile trägt eine Quellenangabe".

Das Skript läuft nach jedem Durchlauf, meldet jeden Verstoß mit Fallbeispiel und beendet sich mit Fehlercode. Kein „meistens grün".

Warum es sich auszahlt

Im Kanuvereine-Datensatz hat genau dieses Skript zwei Fehler abgefangen, die niemandem aufgefallen wären.

Der erste: Eine Prüfung hatte eine veraltete Datei bewertet, weil die aktuelle noch in Excel geöffnet war und nicht überschrieben werden konnte. Das Ergebnis war grün – für den falschen Stand.

Der zweite: Nach einer Korrektur trugen vierzehn Zeilen ein Gewässer, galten aber gleichzeitig als „ohne Bootshaus" – ein Widerspruch, den das Skript sofort benannte. Ursache war derselbe Denkfehler an einer zweiten, übersehenen Stelle.

Wie es angewendet wird

  • Akzeptanzkriterien stehen im eigenen Jira-Feld, nummeriert – das Prüfskript referenziert sie über dieselbe Nummer.
  • Geprüft wird das Artefakt, das ausgeliefert wird, nicht ein Zwischenstand im Speicher.
  • Jeder Verstoß nennt Fallbeispiele, nicht nur eine Zahl – sonst beginnt die Fehlersuche bei null.
  • Ein einmal gefundener Fehler wird als Regressionsfall aufgenommen, damit dieselbe Regel nicht unbemerkt zurückkippt.
  • Das Skript ist Teil der Lieferung und läuft bei jedem Neulauf mit, nicht nur einmal zur Abnahme.

Eingesetzt in

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